Fliegen mit einem Baby

airport-285592_1280Soll man mit einem Baby fliegen oder nicht? Das ist eine immergrüne Debatte, welche mitunter auch ziemlich emotional werden kann. Über das Für und Wider wurde schon genug geschrieben und darum geht es hier auch gar nicht. Es geht darum, woran man alles denken muss wenn man sich denn für eine Flugreise mit dem Krümel entscheidet. Denkt nur mal an die Security-Checks am Flughafen 😉

Vorbereitung

Packt für die Reise lieber 1-2 Garnituren mehr ein als was normalerweise verbraucht wird. Dasselbe gilt für die Nahrung, vor allem bei der Pulvermilch. Unterwegs kann es gut sein, dass durch anderes Wasser oder schlicht wegen dem Reisestress das Baby vermehrt spuckt oder nicht so recht essen will und man deshalb auch mal ein Fläschchen wegkippen muss. Wenn euer Kind Pulvermilch bekommt klärt unbedingt ab, ob eure Pulvermilch im Zielland auch erhältlich ist. Im Zweifelsfall selber einpacken und mitnehmen, am besten etwas zu viel, damit es auch sicher reicht. Oftmals stehen auf den Verpackungen Nummern von Helplines. Diese können allenfalls auch weiterhelfen oder Alternativen aufzeigen.

Zieht bequeme Kleider an, welche auch mal einfach und am besten einhändig ausgezogen werden können. Im Prinzip die selbe Überlegung wie bei einem selbst, oder habt ihr schonmal jemand im Ballkleid oder Smoking im Flugzeug sitzen sehen? Eben.

Gepäck

Viele Airlines wenden für Kleinkinder die selben Gepäck-Regeln wie für Erwachsene an. In der Holzklasse heisst das ein 20 – 23kg Gepäckstück und eine Tasche für in die Kabine. Wer sich jetzt über zusätzliches Shopping-Volumen freut muss ich leider Enttäuschen. Bei uns ging das zusätzliche Gepäckstück für den MaxiCosy drauf. Das Kabinenstück wird in den meisten Fällen die Wickeltasche sein.

Damit unser MaxiCosy nicht ganz nackig durch das Gepäcklabyrinth reist, haben wir ihn in einen Mottensack für Kleider gepackt. Ist sicher günstiger als ein massgeschneidertes Cover 😉 Wenn Ihr einen Buggy dabei habt, darf dieser meistens bis zum Gate mit und wird dann im Flugzeugbauch verladen. Wenn möglich kriegt man ihn auch gleich am Gate wieder zurück. Ob das in eurem Fall geht und welche Regeln dafür gelten kann euch die Airline sagen.

Es empfiehlt sich in der Wickeltasche genug Equipment (Milchpulver, Kleidung, Windeln) mit zuführen, damit man im Notfall zwei Tage ohne sein Gepäck auskommen könnte. Wer weiss ob der Koffer eine Ehrenrunde dreht. Eine Kuscheldecke ist sicher auch nicht verkehrt in über-klimatisierten Flughäfen.

Je nach Flughafenkontrolle darf man eine Thermos-Flasche mit heissem Wasser und etwas kaltes Wasser durch die Sicherheitsprüfung mitnehmen. Wichtig ist, dass die Wickeltasche zusammen mit dem Baby durch den Check geht und nicht 3 Schlangen nebenan, damit man auch einen „Grund“ für die Tasche vorzeigen kann. Am Flughafen Zürich wurde die Tasche zusätzlich von Hand kontrolliert, das Wasser durften wir aber mitnehmen. Am Flughafen Heathrow sah das ganze etwas anders aus. Der Thermos sei zwar OK, allerdings müsse dieser leer sein. Also alles wieder zurück laufen, Thermos leeren und wieder anstehen. Beim nachfolgenden Gespräch mit einem anderen Security-Guard erhielt ich den Eindruck, dass es auch etwas Ermessensspielraum an der Security gibt. Zitat: „Well, there are some daft rules around“. Es empfiehlt sich vor der Reise bei der Airline oder bei den angeflogenen Flughäfen anzufragen, was erlaubt ist und was nicht.

Zeitplanung

An effizienten Flughäfen reicht es 1,5 Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein. Wenn man allein oder zu zweit unterwegs ist. Und jeder weiss was er zu tun hat. Mit Kind ist das etwas anders. Kinder, vor Allem Babies, sind nicht so stressresistent wie Erwachsene es vermeintlich sind. Sie brauchen ihre festen Bezugspunkte im Tagesablauf und wenn sie Hunger haben, tut’s ein Sandwich vom Kiosk eben nicht. 3 Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein ist durchaus sinnvoll, so kann man die Aufregung unterteilen. In einem ersten Schritt Gepäck abgeben und durch die Sicherheitskontrolle, wo vielleicht auch nochmals extra Zeit für die Inspektion des Babyfutters benötigt wird. Dann kann man eine Ruhephase einlegen. Füttern, Wickeln und etwas knuddeln. Am Flughafen Zürich gibts eine Familienlounge, welche uns echt überrascht hat. Gross, gut ausgerüstet und vor allem ruhig. Genau das richtige um vor dem Flug noch einmal runterzufahren und zu entspannen (gilt für Kinder wie für Eltern).

Plant wenn möglich die Reisen durch den Tag, damit die Bettzeiten nach Möglichkeit eingehalten werden können. Erinnert ihr euch daran wie der Schlafentzug in den ersten Monaten nach der Geburt eures Nachwuchses war? So ähnlich geht es vermutlich eurem Kind wenn es müde ist und schlafen will, das Bettritual aber einfach nicht kommt.

Im Flugzeug

Auf Kurzstreckenflügen muss das Baby auf dem Schoss eines Elternteils sitzen. Dafür bekommt ihr vom Kabinenpersonal auch einen Zusatzgurt, der an euren Gurt geschlauft wird. So wird das Baby nicht eingeklemmt, falls ihr bei einer Turbulenz im Gurt hängt. Damit Baby den Druckausgleich mit den Ohren hinkriegt gibt man ihm am besten etwas zu Trinken oder den Nuggi. Unsere hat bei ihrem Jungfernflug Start und Landung verpennt. Nur beim beginnen des Sinkfluges war die Stimmung kurz ebenfalls am sinken.

Kleine Spielsachen oder das Lieblingsstofftier dürfen natürlich nicht fehlen. Gut ist, wenn diese Angebunden werden können, so verschwinden sie nicht im schwarzen Loch unter Nachbars Sitz. Im Flugzeug ist die Luft sehr trocken, weshalb Baby vielleicht auch vermehrt Durst haben wird. Eine Flasche mit Tee oder Wasser ist sicher nicht verkehrt. Gilt für die Eltern ebenso 😉

Je nach Flugdauer könnte es sinnvoll sein, die Windel vor dem Landeanflug vorsorglich zu wechseln. Das gibt dem Krümel etwas bekanntes und eine frische Windel ist der Laune sicher auch zuträglich 😀 Ist das Anschallzeichen einmal an, dauert es schon mal eine Stunde oder länger, bis man wieder dazu kommt. Und in einer vollen Windel sitzen ist für Baby wie auch die umsitzenden Passagiere uncool.

Nach dem Flug

Plant nach dem Flug nicht gleich die nächsten Aktivitäten ein. In unserem Fall war’s ein Familienbesuch um den Neuankömmling zu begrüssen. Wir haben die Familienbesuche absichtlich auf ein paar Tage nach der Ankunft gelegt, damit unsere Kleine sich vom Flug erholen kann.

Fazit

Flugreisen mit Baby sind grundsätzlich möglich. Für uns am wertvollsten war, immer wieder Ruheinseln in den Zeitplan einzubauen, damit Baby nicht völlig überdreht wird und eine Chance hat, all die Eindrücke zu verarbeiten. Das gibt auch den Eltern Luft, sich etwas zu entspannen, was wiederum dem Baby Sicherheit und Geborgenheit gibt.

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Luke

Mein Name ist Luke, bin Neo-30er und ein #GeekDad. Meine Attribute Gadget-Enthusiast und Fotografie-Nerd helfen mir dabei. Gedankenchaotisch auf einer Welle bin ich mit meiner Frau @monah und seit November 2013 mit unserem #geekling
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